Life is too short to wear (simple) boring clothes…

Moodboard by Larissa Böhmer

Diesen Spruch habe ich diese Woche auf Pinterest gelesen und musste darüber erstmal ein wenig nachdenken. Sind simple Looks modisch genug? Wer entscheidet eigentlich, wann Outfits langweilig sind und gibt es überhaupt langweilige Kleidungsstücke?

Daraufhin habe ich erstmal meine alten Bilder durchgestöbert und mir meine Looks von 2015 bis jetzt angesehen. Da waren echt einige Lachflashs dabei und mein Style war manchmal mehr als verboten, vor allem im jugendlichen Alter. Umso mehr haben mir die simplen, einfachen Looks gefallen, die sich zwischen bunten Kimonos und Farbfails versteckt hatten.

Ich bin eine der Frauen, die sich von mir persönlich ernannten „Vorbildern“ inspirieren lässt. Nicht umsonst habe ich Anfang 2020 die Ärmel hochgekrempelt, meinen Kleiderschrank auf simple und einfache Basics umgestellt und alles, was mir zu trendy und kompliziert war kurzerhand in die Altkleidersammlung gegeben oder verkauft. Instagram ist voll von Trends, die keiner so richtig benötigt, jedenfalls meiner Meinung nach. Klassische Looks, die dem Auge schmeicheln sind plötzlich nicht mehr „Fashion“ genug. Viel lieber zeigt man, dass der All-Over Pailletten-Look super gut ins Büro passt (Warte was? Ja über sowas berichten Blogger gerne).

Es gab schon eine Phase in meinem Leben, da war ich circa 17 Jahre alt, in der ich unbedingt auffallen wollte. Ich wollte mich stylisch ausleben und habe mir eingeredet, täglich was komplett anderes anziehen zu müssen. Die wildesten Muster und Farben habe ich gekauft. Ich habe mir immer gedacht, dass Mode schräg, wild und vor allem auffällig sein muss. Bis ich ein Jahr später die Bilder von meiner Berlinreise angesehen habe und feststellen musste, dass im Sommer Chucks mit knöchelhohen Schnurrbartsocken (Was zum Teufel habe ich mir dabei gedacht, als ich die beim Primark für 1€ gekauft habe?), einem dicken rot-pinken Pullover und einer türkisen Bowlinghandtasche richtig bescheuert aussieht. Kurzerhand verschwanden dann auch die Teile aus meinem Schrank.

Mit 18 Jahren wollte ich mehr auf Basics setzen. Hatte Styling-Vorbilder wie Kim Kardashian (liebe ihre Looks übrigens immer noch und sind heute einer meiner Inspirationsquellen) oder zog mir die Looks von einigen großen Instagram Seiten heraus. Bis ein Wandel auf den sozialen Netzwerken stattfand. „Classy“ Outfits fand ich plötzlich nicht mehr, sondern ausschließlich Streetstyle Looks. Meine einstigen femininen Modequellen wurden gegen coole Streetwear Outfits ausgetauscht. Also fing ich an mir Jeansjacken in Oversize zu kaufen sowie Sneaker. Schließlich wollte ich auch dazu gehören und nahm an, dass man dies Mode nennt. Die Basics landeten übrigens wieder mal in der Altkleidersammlung (was ich bis heute bereue).

„Eleganz hat nichts mit Mode zu tun, sondern mit Stil.“

Karl Lagerfeld

Danach kam die Zeit, in der ich glaubte, meinen Instagram Feed besonders bunt gestalten zu müssen. Meine modischen Fähigkeiten durch Farben und Mustern ausdrücken zu müssen und das der Erfolg darin liegt, besonders abwechslungsreich und trendy zu sein. Das ging auch einen Sommer lang gut, die Betonung liegt auf EINEN. Ein Jahr später beim umsortieren meines Kleiderschranks von Winter auf Sommer musste ich mir echt das Lachen verkneifen. Ein gelbes Kleid mit grünen Blumen darauf – also mal im Ernst? Das sah zwar süß aus, aber definitiv not my Style. Das war der Moment, in dem ich meinen Schrank radikal auf maximal ein 1/4 der Kleidungsstücke reduziert habe. Tschüss wilde Prints und grelle Farben.

Jetzt bin ich bald 22 Jahre alt und denke meinen Stil gefunden zu haben. Habe Styling-Vorbilder wie RHW, Kim K (wie gesagt, ich liebe ihre Looks einfach) oder Alex Rivière. Mein Kleiderschrank füllt sich nach und nach wieder mit einfachen, simplen Basics mit denen sich unkomplizierte Looks stylen lassen. Außerdem sitze ich gerade in meiner neuen hippen Jogginghose (sorry Karl, die wird ausschließlich nur daheim getragen) und einen extrem bequemen Body von Zara (der beige, gesehen bei RHW) auf der Couch und tippe meine Styling-Reise und fühle mich besser denn je.

Simple muss nicht langweilig sein. Basic Looks müssen nicht langweilig sein. Es kommt ganz auf das Styling und auf die Basics selbst an. Ein kompletter Basic Look mit einer Eye-Catcher Jacke? I take it! Basics selbst können durch Cut-Outs, Material oder kleinen Details viel spannender wirken, als ein Teil das „Hallo“ schreit. Monochrome Looks in Schwarz oder Beige sind super stylisch! Looks mit maximal 3 unterschiedlichen Farben sind stylisch. Eine abgestimmte Farbpalette zu haben ist stylisch. Sich nicht auf jeden Trend einzulassen ist stylisch. Siehe auch die obigen Bilder – in diesen Outfits habe ich mich am wohlsten gefühlt.

Dir fällt es schwer, simple und stylische Looks als Inspiration zu finden? Auf meinem Pinterest-Kanal gibt es eine Pinnwand mit Classy Outfits.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Looking for Something?