Aufklärung Blogger als Beruf

Letzten Freitag wurde ein Zeitungsbericht über mich und meinem Beruf gedruckt und veröffentlicht. Ich bin sehr glücklich darüber gewesen, dass eine ortsansässige Zeitung mich interviewen wollte und das Ganze auch noch als Druck veröffentlicht. Glücklich darüber, dass jemand meine Arbeit und meine Passion wertschätzt und mich darin unterstützen möchte. Nachdem der Bericht dann auch auf Facebook und Co gelangte, regnete es förmlich Shitstorm gegen mich und meine Leidenschaft. Ich nehme gerne Kritik an, schließlich kann man sich immer Verbessern! Dass ich in Bayreuth mit mehr negativer als positiver Kritik rechnen muss, war mir schon mit Beginn meines Jobs klar. Dennoch muss ich ein paar Sachen hinterfragen und klarstellen.

Mein Job als Blogger / Influencer (durch meine Werbungen und Anzeigen auf Instagram) ermöglicht mir alle Passionen, die ich habe, frei ausleben zu können. Ich liebe kreatives Schreiben, eben auf meine Art; ich liebe die Mode & Beauty, eben auf meine Art; ich liebe es, neue Stores, Labels, Marken etc. zu entdecken, nach meinem Geschmack. Ich möchte nicht für die Sachen Werbung machen, für die schon 100 andere die gleiche Werbung gemacht haben und jeder der regelmäßig meinen Blog liest oder mich auf Instagram verfolgt weiß dies sicher. Und ich muss mir immer wieder die gleiche Frage stellen: „Werde ich nur erfolgreich, wenn ich so bin wie alle anderen?“

„Werde ich nur erfolgreich, wenn ich so bin wie alle anderen? Wird meine Arbeit nur akzeptiert, wenn ich genau das gleiche anziehe, bewerbe, kaufe wie viele andere?“

Ich musste ein wenig lachen, als ein Kommentar aufblinkte, in dem stand, ich würde wie alle anderen bestimmte Marken bewerben (aus Respekt gegenüber dieser Marken und denjenigen, die sich damit identifizieren können werde ich diese nicht nennen). Gut, dass wenigstens ich genau weiß, das ich dies nicht tun werde. Aber im Endeffekt ist es jedem selbst überlassen, für was und wen er Werbung macht. Ich mache eben auch nur für das Werbung, worin ich mich selbst wieder finde oder was zu mir passt.

Was ist wirklich wichtig?

Manchmal finde ich es mehr als erschreckend anzusehen, wie oberflächlich die Gesellschaft geworden ist. Isst du gesund, liebst es dich zu bewegen und auszupowern und zeigst deine schlanke Figur dann bist du magersüchtig. Du hast keine langen Haar dann bist du ein Mann. Du liebst den Genuss und isst gerne dass was du willst dann bist du Übergewichtig. Du ziehst dich nicht an wie jeder andere dann bist du Arrogant und Eingebildet. Du achtest auf Qualität dann bist du so schön ausgedrückt ein „Bonze“. Du gehst deiner Leidenschaft nach dann sollst du einen „normalen“ Job machen. Zwei Worte dazu: „Aua, Aua“.

Besonders stark viel es mir an einem Bild der Bloggerin Leonie Hanne auf, die sich an einer Bar mit einem sehr schönen Cocktailkleid und Sandalen fotografierte. Die Kommentare darunter, mehr als überflüssig. Um was geht es heute eigentlich noch? Um das wie man aussieht? Was für Füße man hat? Was man isst? Um Likes und Follower? Anstatt die Arbeit und die Passion eines Menschen wertzuschätzen (jeder brennt für etwas, egal ob es Musik, Design, Immobilien, Antiquitäten oder sonst was ist), beschäftigt man sich mit Dingen, die man eh nicht änder kann und die mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun haben.

In vielen Berichten heißt es, das 10% der Follower das Bild liken müssen, damit das Profil im Gleichgewicht ist und für Produkte, Marken, Brands, Labels interessant ist. Mal ein Beispiel dazu:

15 Tsd. Follower = ca. 1500 Likes pro Bild (Normalfall)

15 Tsd. Follower = ca. 400 Likes pro Bild (so ist es bei vielen)

Wisst ihr was ich peinlich finde? Sich an Likes und Follower zu messen anstatt der Arbeit. Ich bin glücklich über jeden, der mir ein Like oder einen Kommentar unter meinem Bild lässt. Und am Ende zählt für mich das Gefühl, dass der Beitrag, die Kooperation oder das Foto in meinen Augen gut ist und ich damit zufrieden bin.

„Denn nur wer mit sich selbst zufrieden ist, muss andere für ihre Taten nicht kritisieren“


Bei jeder Sache die man macht gibt es genügend Kritiker, die immer dagegen sprechen und einen schlecht machen wollen. Solange man selbst weiß, für was man kämpft, steht, arbeitet und Zeit investiert, können die negativen Aussagen nichts ändern. Und auch ein Blogger muss Steuern zahlen und diese Frist gerecht abgeben und prüfen lassen. Und das ist nur ein kleiner Teil der Arbeit im Hintergrund, an die keiner denkt. Der Beruf ist demnach ziemlich viel mehr als kurz mal ein Foto schießen. Aber das ist jedem seine Denkweise. Und weil bereits oben das Wort Arrogant gefallen ist – ich habe definitiv keinen Grund dafür. Und wer mich tatsächlich kennt, wird es auch bestätigen.

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